Fachstelle Queer
Die Fachstelle Queer (FaQ) ist eingebettet im Programm du-bist-du der SeGZ (Sexuelle Gesundheit Zürich). Wir unterstützen als Expert*innenteam bei LGBTQAI+ Fragestellungen Fachpersonen und Institutionen verschiedener Arbeitsfelder, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten bei der Gestaltung einer vielfältigen und diskriminierungssensiblen Lebenswelt.
Wir sind Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema geschlechtliche, romantische und sexuelle Vielfalt und setzten fundiertes Fachwissen und erprobte Handlungskompetenzen für Beratung und Weiterbildung ein.
Das Ziel ist es Handlungssicherheit im Alltag zu vermitteln, sodass ein Umfeld für alle jungen Menschen in ihrer Identitätsentwicklung geschafft werden kann, das Vielfalt begrüsst und begleitet.
Unsere Fachpersonen bringen fachliche und praktische Erfahrung in Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit mit und verknüpfen Fachwissen mit persönlichen Erfahrungen als queere Menschen.
Gesundheitsförderung
Das Expert*innenteam der FaQ bietet Orientierung, wie junge queere Menschen im Coming-Out Prozess durch Institutionen kompetent begleitet und unterstützt werden können. Es werden konkrete Handlungsoptionen dargelegt, die bei der Handlungsplanung helfen und Möglichkeiten aufzeigen auch das Umfeld einzubeziehen, zu sensibilisieren und als Unterstützer*innen zu stärken. Dadurch gelingt es queere Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu fördern und psychische Folgen, wie Depressionen, Schulabsentismus, Sucht und Suizidalität abzuwenden.
Mobbing- und Gewaltprävention
Damit Institutionen queere Kinder und Jugendliche vor Ausgrenzung, Mobbing und Gewalt schützen können, bietet FaQ Raum, um Präventions- und Handlungsstrategien zu entwickeln und geeignete Massnahmen auszuarbeiten, damit Fachpersonen Handlungssicherheit im Arbeitsalltag gewinnen. Nicht nur queere, sondern alle Kinder und Jugendliche profitieren von einem Klima, das Abwertung des Andersseins verhindert und Vielfalt als Bereicherung willkommen heisst.
Kindesschutz
Queere Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu schützen und zu begleiten, bedeutet sie darin zu unterstützen ihr Recht auf Selbstbestimmung und Schutz vor Diskriminierung in Anspruch nehmen zu können und in herausfordernden Situationen die nötige rechtliche Aufklärung und medizinische Versorgung zu bekommen. Die FaQ schult in rechtlichen und medizinischen Grundlagen, damit Institutionen wissen an welche Stellen verwiesen werden kann, damit queere Kinder, Jugendliche und ihre Familien über die Institution hinaus Hilfeleistungen bekommen.
Expert*innen Team der FaQ
Sandra Schäfer (keine) – Co-Programmleitung du-bist-du
Sozialpädagogen*in HF
CAS Genderreflektierende Offene Jugendarbeit
CAS Change und Innovation in Non Profit Organisationen
Lydia Staniszewski (sie/ihr) – Co-Programmleitung du-bist-du
BSc Soziale Arbeit
MAS Soziale Arbeit
Raphaël Guillet (er/ihm)
BA Sozialpädagogik
MA Übersetzung
MAS Fachperson sexuelle Gesundheit in Bildung und Beratung
Sam von Büren (er/ihm)
BA Soziale Arbeit
MA Communication Design
CAS Suchtberatung
Julia Niederberger (sie/ihr)
BSc Soziale Arbeit, Soziokulturelle Animation
Carlo Wildhaber (er/ihm)
dipl. Grafiker
MSc Psychologie
Géraldine Lerjen (sie/ihr)
BA Soziale Arbeit
CAS Sexualpädagogik
Seraina Gutmann (sie/ihr)
MA Heilpädagogik
CAS Sexualpädagogik
Olivia Häberli (alle)
MA Sprache und Kommunikation
Lehrdiplom Sek II
Tobias Kuhnert (er/alle)
BSc Soziale Arbeit
MSc Soziale Arbeit
Weiterbildungen für Fachpersonen, die mit jungen Menschen arbeiten
Circa 18% der Menschen sind lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder sonst queer (LGBTAIQ+). Das bedeutet, dass es auch in Ihrer Organisation, an Ihrer Schule junge queere Menschen gibt. Sichtbar werden diese jedoch nur selten, da ein Coming-out für viele ein schwieriger Prozess und die Angst vor Diskriminierung und Ausgrenzung meist gross ist.
Gerade in der Pubertät, in der junge Menschen sich mit neuen Entwicklungsaufgaben konfrontiert sehen und oft noch nicht über ausgereifte Bewältigungsstrategien verfügen, müssen junge queere Menschen zusätzliche psychische und soziale Herausforderungen bewältigen.
Um junge queere Menschen in ihrem Coming-out-Prozess zu begleiten, ein sicheres Klima sowie die Abnahme von Mobbing und Diskriminierung zu erreichen, braucht es spezifische Kompetenzen. Um diese Kompetenzen zu erlangen, bieten wir verschiedene Formate an.
Workshops
In interaktiven 3–4-stündigen Workshops für Ihr Team bei Ihnen vor Ort, setzen Sie sich mit Themen zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt auseinander, erlangen notwendiges Wissen und lernen anhand von praxisbezogenen Methoden verschiedene Präventions- und Interventionsstrategien kennen.
Die Workshops orientieren sich an den folgenden vier Kompetenzbereichen:
- Fachkompetenz: Wir vermitteln Ihnen Wissen über Lebenslagen, Herausforderungen, Diskriminierung und Ressourcen von jungen queeren Menschen. Sie werden für das Thema sensibilisiert, über wissenschaftliche Erkenntnisse informiert und es wird Ihnen die aktuelle gesellschaftliche Situation nähergebracht.
- Methodenkompetenz: Sie lernen Präventions- und Interventionsstrategien im Umgang mit diskriminierendem Verhalten gegenüber jungen queeren Menschen kennen und Strategien, um die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu fördern. Zusätzlich lernen Sie, wie Sie junge queere Menschen bei deren Herausforderungen begleiten können. Dies wird interaktiv und kooperativ anhand von praxisbezogenen Methoden erarbeitet.
- Sozialkompetenz: Sie stärken Ihre Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit im Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Sie lernen, eine offene, vorurteilsfreie und wertschätzende Sprache zu nutzen sowie konstruktiv mit Unsicherheiten oder Konflikten im Alltag umzugehen. Durch den Austausch fördern Sie eine empathische Haltung und schaffen eine Basis, um als Team, mit Jugendlichen sowie mit weiteren Akteur*innen gelingend und diskriminierungssensibel zusammenzuarbeiten
- Selbstkompetenz: Sie reflektieren Ihre eigenen Haltungen, Werte, Norm- und Rollenvorstellungen bezüglich sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und entwickeln diese gezielt weiter. Sie werden befähigt, eigene Vorurteile sowie Unsicherheiten wahrzunehmen, eine diskriminierungssensible Grundhaltung aufzubauen und im pädagogischen oder berufsbezogenen Alltag selbstreflexiv und verantwortungsvoll zu handeln.
Modulaufbau
Basismodul
Fachkompetenz
Methodenkompetenz
Sozial- und Selbstkompetenz sind Querschnittthemen und werden im gesamten Basismodul vertieft.
Vertiefungsmodul Fachkompetenz
weiterführendes Wissen zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt
rechtliche Aspekte Schweiz, Europa und Welt in Bezug auf LGBTQAI+-Rechte
historische Hintergründe der LGBTQAI+-Geschichte
Vertiefungsmodul Selbst- und Sozialkompetenz
vertiefte Reflexion und Erarbeitung einer gemeinsamen Haltung im Team wie auch der eigenen individuellen professionellen Haltung
Vertiefungsmodul Methoden- und Sozialkompetenz
konkrete Planung und Umsetzung von Projekten, Aktivitäten, usw. zur Förderung der Akzeptanz von jungen LGBTQAI+-Menschen
Das Basismodul ist die Grundlage für die darauf aufbauenden Vertiefungsmodule. Die Vertiefungsmodule können unabhängig voneinander gewählt und individuell angepasst werden. Weitere Themen sind möglich.
Spezifische Fragestellungen und Bedürfnisse werden in jeden Workshop integriert.
Broschüre und Methodenkit
Die Broschüren werden an den Workshops den Teilnehmer*innen abgegeben und unterstützen Fachpersonen darin, ein LGBTQAI+-freundliches Klima in der Organisation aufzubauen und zu stärken.
Darin beschrieben ist ein geschichtlicher Abriss der LGBTQAI+-Bewegung, die Erläuterung von diversen Begriffen sowie konkrete Handlungsempfehlungen.
Das Methodenkit kann nach einem durchgeführten Workshop bei uns für CHF 50.- erworben werden.
Das Kit kommt in einem Etui und enthält nebst Regenbogenklebern und zwei fertig gedruckten Methoden (Gesichterkartenspiel und Speed Dating) einen USB-Stick mit 17 Methodenbeschrieben und Druckvorlagen sowie Linklisten zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.

Fachreferate
Planen Sie eine grössere Veranstaltung oder haben Sie begrenzte Zeitressourcen, dann können unsere Expert*innen für Fachreferate, Inputs, Schulungseinheiten oder ähnliches angefragt werden. Die Dauer (ca. 1 bis 2 Stunden) und die genauen Schwerpunkte werden zusammen festgelegt.
Veranstaltungen
Die Expert*innen der Fachstelle Queer organisieren auch Weiterbildungsformate, welche von Einzelpersonen auch ohne das ganze Team besucht werden können.
- Öffentliche Workshops: Das unter Workshops beschriebene Format, offen für alle interessierten Fachpersonen, die mit jungen Menschen arbeiten. Durchführungsort ist jeweils in Zürich. Die nächste Durchführung wird hier bekannt gegeben.
- Webinare: Wir bieten kurze (ca. 1 Stunde) online Weiterbildungssnacks an. Die Themen werden zusammen mit dem Datum und der Uhrzeit hier bekannt gegeben. Haben Sie Ideen/Themen für den nächsten Weiterbildungssnack? Dann schreiben Sie uns hier.
- Fachveranstaltungen: Zusammen mit anderen Organisationen plant und veranstaltet die Fachstelle Queer von du-bist-du diverse Fachveranstaltungen oder die Expert*innen der FaQ sind als Redner*innen oder Workshopleiter*innen an diversen Fachveranstaltungen vertreten. Aktuelle Fachveranstaltungen:
Fachveranstaltung LGBTIQA+ Youth & School, Mittwoch 2. Dezember 2026, Gossau SG
- «Queer durch den Schulalltag» Workshops für Schulmitarbeitende: Eine Weiterbildung für Lehrpersonen, Schulleitende, Schulsozialarbeitende und Schulmitarbeitende zu romantischer, geschlechtlicher und sexueller Vielfalt.
Die Weiterbildungen werden in verschiedenen Städten angeboten.
Eine Übersicht der Weiterbildungen, weitere Infos und die Anmeldung finden Sie auf der Website: www.lehrplanq.ch